Von Aftercare bis Zuschauen

BDSM.
KLAR ERKLÄRT.

Kein Fachchinesisch, kein Schubladendenken: die wichtigsten Begriffe aus Kink und BDSM verständlich, respektvoll und mit Blick auf Consent.

63 BegriffeEin Lexikon für Neugierige und Einsteiger
A
Sicherheit

Aftercare

Die Betreuung nach einer intensiven Session. Das kann Nähe, Ruhe, eine Decke, etwas zu trinken oder ein Gespräch bedeuten. Was hilft, wird vorher gemeinsam besprochen.

Consent

Ampelsystem

Ein leicht verständliches Check-in-System: Grün bedeutet „alles gut“, Gelb „langsamer oder verändern“ und Rot „sofort stoppen“.

Vorliebe

Augenbinde & Sinnesreize

Eine Augenbinde verändert die Wahrnehmung; Geräusche und Berührungen können dadurch anders wirken. Welche Sinnesreize angenehm sind, ist individuell und braucht Absprache.

B
Grundbegriff

BDSM

Sammelbegriff für Bondage & Discipline, Dominance & Submission sowie Sadism & Masochism. Nicht jede Person lebt alle Bereiche aus.

Praxis

Bondage

Das einvernehmliche Fesseln oder Einschränken von Bewegungsfreiheit – etwa mit Seilen, Manschetten oder anderen geeigneten Hilfsmitteln.

Rolle

Bottom

Die empfangende Person bei einer bestimmten Handlung. Bottom beschreibt die praktische Position und ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Sub oder submissiv.

Rolle

Brat

Eine meist submissive Person, die innerhalb einer vereinbarten Dynamik spielerisch widerspricht, provoziert oder die dominante Person herausfordert. Auch hier gelten Consent, Grenzen und vorherige Absprachen.

Rolle

Brat Tamer

Die Person, die auf spielerischen Widerstand eines Brats eingeht und ihn innerhalb der gemeinsamen Absprachen kontert. Die Dynamik lebt vom gewollten Kräftemessen.

C
Rolle

Caregiver / Daddy / Mommy

Eine fürsorglich führende Rolle zwischen Erwachsenen. Zuwendung, Orientierung und mögliche Regeln werden individuell vereinbart; der Titel sagt nichts über ein tatsächliches Verwandtschaftsverhältnis aus.

Vorliebe

Crossdressing

Das Tragen von Kleidung jenseits gewohnter Geschlechtererwartungen. Crossdressing legt weder Geschlechtsidentität noch eine Sissy-Rolle fest.

D
Dynamik

D/s

Abkürzung für Dominance und Submission: ein bewusst vereinbartes Machtgefälle zwischen führender und sich hingebender Person.

Rolle

Degradee

Die empfangende Seite einer ausdrücklich vereinbarten Demütigungsdynamik. Die Person entscheidet mit, welche Worte oder Situationen gewünscht sind und wann das Spiel endet.

Rolle

Degrader

Die gebende Seite einer ausdrücklich vereinbarten Demütigungsdynamik, etwa mit Worten oder inszeniertem Verhalten. Was erlaubt ist und welche Begriffe tabu sind, wird vorher geklärt.

Vorliebe

Demütigung empfangen

Die empfangende Seite einer ausdrücklich vereinbarten Demütigungsfantasie. Die eigene Zustimmung und festgelegte Grenzen bestimmen den Rahmen.

Vorliebe

Demütigung geben

Die gebende Seite einer ausdrücklich vereinbarten Demütigungsfantasie. Begriffe und Situationen, die verletzen könnten, werden vorher klar ausgeschlossen.

Rolle

Dom

Die Person, die innerhalb des gemeinsam vereinbarten Rahmens führt und Kontrolle übernimmt. Dominanz bedeutet dabei vor allem Verantwortung.

F
Vorliebe

Feminisierung

Ein bewusst gestalteter femininer Ausdruck kann Teil einer einvernehmlichen Fantasie sein. Er kann mit einer Sissy-Rolle verbunden sein, muss es aber nicht.

Grundbegriff

Fetisch

Ein besonderes Interesse an einem Gegenstand, Material, Körperteil oder einer Situation. Wie wichtig diese Vorliebe für eine Person ist, kann sehr unterschiedlich sein.

Vorliebe

Füße

Ein Fußfetisch oder eine Fußvorliebe meint ein besonderes sinnliches oder sexuelles Interesse an Füßen. Das kann sich auf Anblick, Berührung oder eine Fantasie beziehen; Schuhe sind eine eigene Vorliebe.

H
Grenzen

Hard Limit

Eine klare, nicht verhandelbare Grenze. Alles, was darunter fällt, findet nicht statt – weder zum Ausprobieren noch nach Drängen oder Überreden.

K
Vorliebe

Keuschheit & Schlüssel

Eine vereinbarte Dynamik rund um zeitweise sexuelle Zurückhaltung. Eine Person kann den Schlüssel verwahren, während die andere die Einschränkung erlebt; beide Seiten brauchen eigene Absprachen.

Vorliebe

Kitzeln

Kitzeln kann eine eigenständige Vorliebe oder Teil eines spielerischen Austauschs sein. Was für eine Person lustig ist, kann für eine andere zu viel sein.

L
Vorliebe

Latex

Latex kann durch seinen Glanz, seine Haptik oder das Tragegefühl reizvoll sein. Interesse am Material sagt nichts darüber aus, welche BDSM-Rolle jemand bevorzugt.

Vorliebe

Leder & Lack

Leder und Lack können über Optik, Geruch, Haptik oder Kleidung faszinieren. Die Materialien werden hier als Vorliebe abgefragt, nicht als Hinweis auf eine bestimmte Rolle.

Rolle

Little

Eine erwachsene Person, die in einer vereinbarten Dynamik eine verspielte, jüngere oder umsorgte Rolle einnimmt. Die Bedeutung dieser Rolle ist persönlich und muss miteinander besprochen werden.

Vorliebe

Lob & Bestätigung

Praise Play beschreibt den Reiz, innerhalb einer Dynamik gezielt zu loben oder Lob zu erhalten. Das kann zu verschiedenen Rollen passen.

M
Rolle

Masochistische Tendenz

Interesse daran, innerhalb ausdrücklich vereinbarter Grenzen Schmerzreize zu empfangen. Daraus folgt weder eine submissive Rolle noch Interesse an jeder Art von Schmerz.

Rolle

Master / Mistress

Eine Bezeichnung für die führende Person in einer besonders strukturierten M/s-Dynamik. Welche Regeln auch außerhalb einer Session gelten, legen alle Beteiligten ausdrücklich gemeinsam fest.

Vorliebe

Medizinisches Rollenspiel

Ein inszeniertes Szenario mit medizinischen Rollen, Sprache oder Atmosphäre. Eine Fantasie über solche Rollen ist keine Zustimmung zu tatsächlichen medizinischen Eingriffen.

N
Vorliebe

Natursekt – empfangende Seite

Natursekt ist eine Bezeichnung für Urin in einem sexuellen Kontext. Diese Perspektive meint das Interesse der empfangenden Person; eine Fantasie ist keine Zustimmung zu einer Handlung.

Vorliebe

Natursekt – gebende Seite

Natursekt ist eine Bezeichnung für Urin in einem sexuellen Kontext. Diese Perspektive meint das Interesse der gebenden Person; sie lässt sich unabhängig von der empfangenden Seite betrachten.

O
Rolle

Owner

Die symbolisch führende Seite einer vereinbarten Besitzdynamik. Anders als ein Pet Handler muss ein Owner nicht mit Petplay verbunden sein; Rechte und Grenzen bleiben bestehen.

P
Rolle

Pet

Eine Person, die freiwillig in eine Tierrolle schlüpft – zum Beispiel als Puppy, Kitten oder Pony. Pet Play kann verspielt, fürsorglich, ritualisiert oder erotisch sein, muss aber nicht sexuell sein.

Rolle

Pet Handler

Die betreuende oder führende Person in einer Petplay-Dynamik. Je nach Absprache gehören Fürsorge, Kommandos oder Spiel dazu; ein Handler muss nicht auch in anderen Situationen dominant sein.

Vorliebe

Petplay

Eine Spielart, in der eine erwachsene Person etwa eine Puppy-, Kitten- oder andere Tierrolle annimmt. Pet und Handler beschreiben mögliche Positionen innerhalb dieser Dynamik.

Rolle

Primal Hunter

Die verfolgende Seite eines einvernehmlichen Primal-Spiels. Instinktives Jagen oder Kräftemessen ist hier eine Rolle und nicht automatisch mit Dominanz im Alltag verbunden.

Rolle

Primal Prey

Die gejagte oder empfangende Seite eines einvernehmlichen Primal-Spiels. Auch diese Person bestimmt Grenzen und kann das Spiel jederzeit beenden.

Rolle

Property

Die symbolisch hingebende Seite einer vereinbarten Besitzdynamik. Das Wort beschreibt eine Rolle und keinen tatsächlichen Verlust von Rechten oder Selbstbestimmung.

R
Rolle

Rigger

Eine Person, die andere Menschen fesselt, häufig mit Seilen. Die aktive Bondage-Rolle beschreibt ein Interesse oder eine Tätigkeit, aber noch keine Ausbildung oder sichere Beherrschung einer Technik.

Rolle

Rope Bunny

Eine Person, die Bondage aus der gefesselten Perspektive erleben möchte. Rope Bunny oder Rope Bottom sagt für sich genommen nichts darüber aus, ob jemand submissiv ist.

S
Rolle

Sadistische Tendenz

Interesse daran, innerhalb ausdrücklich vereinbarter Grenzen Schmerzreize zu geben. Das kann mit Dominanz zusammenkommen, beschreibt aber eine andere Vorliebe als das Führen einer Dynamik.

Sicherheit

Safeword

Ein vorher vereinbartes Wort, das eine Handlung oder Session stoppt. Für Situationen ohne Sprache braucht es zusätzlich ein nonverbales Zeichen.

Vorliebe

Schmerzreize empfangen

Interesse an der empfangenden Seite kontrollierter, vereinbarter Schmerzreize. Auch dabei bleiben Art und Intensität persönliche Grenzen.

Vorliebe

Schmerzreize geben

Interesse an der gebenden Seite kontrollierter, vereinbarter Schmerzreize. Der Reiz einer Handlung und eine dominante Rolle sind unterschiedliche Fragen.

Vorliebe

Schuhe & Stiefel

Das Material, die Form oder der Anblick bestimmter Schuhe und Stiefel kann eine eigene Vorliebe sein. Sie setzt kein Interesse an Füßen voraus.

Rolle

Service Sub

Eine submissive Rolle, bei der vereinbarte Aufgaben, Rituale oder praktische Unterstützung im Vordergrund stehen. Das kann ganz ohne Schmerz oder Fesseln stattfinden.

Rolle

Service Top

Eine ausführende Person, die eine Handlung vor allem nach den Wünschen der empfangenden Person gestaltet. Aktiv zu handeln bedeutet dabei nicht automatisch, die Machtdynamik zu bestimmen.

Praxis

Session

Ein vereinbarter Zeitraum, in dem BDSM praktiziert wird. Dazu gehören Vorbereitung, Absprachen, das eigentliche Spiel und die Nachsorge.

Vorliebe

Sichzeigen

Der Reiz, sich in einem dafür vereinbarten Rahmen von anderen beobachten zu lassen. Das Einverständnis der betrachtenden und beteiligten Menschen gehört dazu.

Rolle

Sissy

Eine selbst gewählte Rolle rund um femininen Ausdruck oder Feminisierung. Kleidung allein macht niemanden zur Sissy; der Begriff legt weder Geschlechtsidentität noch Interesse an Demütigung fest.

Rolle

Slave

Die hingebende Person in einer ausdrücklich vereinbarten M/s-Dynamik. Der Rollenname hebt Selbstbestimmung und das Recht, Zustimmung zurückzuziehen, nicht auf.

Grenzen

Soft Limit

Ein Bereich, der Unsicherheit auslöst oder nur unter bestimmten Bedingungen denkbar ist. Ein Soft Limit ist keine automatische Zustimmung.

Vorliebe

Spanking & Impact

Impact Play ist ein Sammelbegriff für vereinbarte Schlagreize; Spanking bezeichnet eine mögliche Form davon. Interesse an Impact Play bedeutet nicht, jede Intensität zu mögen.

Vorliebe

Strümpfe & Nylons

Eine Vorliebe für den Anblick oder das Tragegefühl von Strümpfen und Nylons. Sie kann unabhängig von einer Vorliebe für Schuhe oder andere Kleidung bestehen.

Rolle

Sub

Die Person, die innerhalb des vereinbarten Rahmens Kontrolle abgibt. Ein Sub darf immer Nein sagen, Grenzen setzen und Consent jederzeit einschränken oder zurückziehen. Submission hebt Selbstbestimmung niemals auf.

Gefühl

Subspace

Ein möglicher veränderter, oft sehr fokussierter oder schwebender Zustand während einer intensiven Session. Er kann Kommunikation erschweren.

Rolle

Switch

Eine Person, die sowohl dominante als auch submissive Rollen einnehmen kann – abhängig von Stimmung, Dynamik und Gegenüber.

T
Vorliebe

Teasing & Denial

Teasing ist spielerisches Reizen; Denial meint das vereinbarte Hinauszögern oder Vorenthalten einer erhofften Fortsetzung. Beide können unabhängig von einer festen Rolle interessieren.

Vorliebe

Temperaturreize

Warme oder kühle Sinnesreize können Teil einer Fantasie sein. Interesse an Temperatur sagt noch nichts über gewünschte Intensität oder eine konkrete Praktik aus.

Rolle

Top

Die ausführende Person bei einer bestimmten Handlung. Top ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Dom – Technik und Machtdynamik sind nicht dasselbe.

U
Vorliebe

Uniformen & Outfits

Bestimmte Kleidungsstile oder inszenierte Outfits können Teil einer Fantasie sein. Welche Bedeutung ein Outfit hat, hängt von den beteiligten Personen und ihren Absprachen ab.

Z
Vorliebe

Zuschauen

Der Reiz, anderen mit deren Einverständnis zuzusehen. Bloße Anwesenheit oder ein öffentlicher Ort bedeuten keine Zustimmung zum Beobachten.

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